2014 · Domburg, Nederland

By 23. März 2014April 8th, 2014unterwegs
Wo wir immer schon mal hinwollten

Prolog

Zwei Monate im voraus gebucht. Gerne wären wir auch nach Ouddorp, Cadzand, Sint Anna ter Muiden oder Katwijk gefahren, hatten aber trotz intensiver Suche nichts passendes gefunden. Was heißt passend ? Wo liegen die Ansprüche ?

  • Modernes, helle Wohnung ohne Bruchbuden-Appeal
  • Gute Sicht aus dem Fenster
  • Schöne und interessante Umgebung im Radius von 20 Km
  • preislich bezahlbar

Mevrouw Luniek ist Privatvermieterin ohne Agentur dazwischen. Die Abwicklung war unbürokratisch und unkompliziert.

Samstag, 22. März 2014
Highlight der Hinfahrt waren die für uns so noch nicht bekannte Strecke ab Tilburg und vor allem das vorbereitete Reise-Ei auf dem Rastplatz hinter Venlo mit Coffie-to-go für sagenhafte 1,30 €. Diese Kombination war uns mehrere Fotos wert, zu deren Wertsteigerung die von außen mit Regentropfen und von innen mit Kaffeedampf beschlagene Scheibe beitrug. Vermutlich wieder mal der eigentliche Höhepunkt des gesamten Urlaubs.

Wir kamen an, wurden 5 Minuten eingewiesen und alles war gut, neu, sauber, heile. Die Meckerpunkte sind so unbedeutend, dass wir sie hier gar nicht aufführen wollen:

  • Ungemütliche, düstere Energiespar-Beleuchtung
  • Fernseher mit unerträglichen Audio-Eigenschaften
  • Langsame, instabile Internet-Verbindung
  • zu weiche Betten

das wars schon.

Nach der Ankunft gingen wir zu Fuß zu C1000 einkaufen, u.a. „echt Goudse Kaas“ und Calvé Pindakaas. Wegen der akuten Fastenzeit kamen wir beim Bier (Grolsch + Heineken) mit der Hälfte der üblichen Menge aus. Ein erster Erkundungsgang durch das Dorf brachte die Erkenntnis, dass Domburg als Ziel nicht falsch ausgewählt war und Gewissheit über den Standort der Webcam, die wir seit Januar oftmals aufgerufen hatten.

Am Strand gab es mehrere der üblichen, aufgebockten Cafés/Restaurants. Wir entschieden uns für das „Strand“, in welchem sich das Personal allerdings noch verkrampft-unlockerer gab als wir selber. Im Grunde waren wir nicht erwünscht. „Alleen drinken? Niets eeten?“ Sie waren fassungslos, drängten („platzierten“) uns sofort an einen Katzentisch und nannten uns das Limit: bis 19.00 Uhr. Trotzdem flüchteten wir nicht sofort, wie es unserer Natur entsprochen hätte, entschuldigten uns auch nicht dafür, dass wir geizige Deutsche sind, sondern kauften einen Bessen-Jenever und ein einen lauwarmen Wasser-Kakao mit Plastik-Sahne. Nach 10 Minuten waren wir wieder draußen und sie konnten bis 19.00 Uhr den Tisch  noch 5 Mal an nachfolgende Paare unseres Schlages  vergeben.

Das Wetter wurde im Lauf des Nachmittags immer sonniger, dabei aber auch kälter. In der Nacht zum Sonntag hörten wir immer wieder Regenschauer auf die schrägen Dachfenster prasseln und es war wie Camping, nur gemütlicher.

Sonntag, 23. März
Den ganzen Tag schien die Sonne. Nach dem Frühstück brachen wir um 10.45 auf zu einer Wanderung über die Düne (wird später zum dünigen Deich) nach Westkapelle, welches wir bereits 2007 mit einem Aufsatz zur frei erfundenen Geschichte bedacht hatten. Man kann den Turm von Westkapelle von sehr weit her sehen, und nähert sich dem Ziel doch sehr langsam. Der Dünen-/Deichweg führt auch nicht direkt auf den Turm zu, sondern in einem weitläufigen Bogen drumherum. Das Meer glitzerte im Gegenlicht, und es schien, als nähme der Ort an Belebtheit und Was-Los-izität immer mehr zu, je näher wir kamen. Wir wanderten um die große Kurve (sieht auf der Karte eher wie eine Ecke aus) und steuerten zum Schluss in Höhe Rettungsstation auf das Dorf zu, wo doch überraschend wenig bis nichts los war. Bereits auf dem Rückweg, entschieden wir uns, bei der „Ambachtelijke“ Pommesbude eine Ladung Pommes zu holen, die uns nicht enttäuschte. Vor Ort sichtbar frisch aus echten Kartoffeln gepresst (das war das ambachtelijke), mit gutem Ketschupp* und guter Majonäse garniert für neutrale 2,75 €. Guter Ketschupp, wir können nicht oft genug betonen, ist rot, fruchtig und pikant. In Deutschland setzt sich aber immer mehr dieser braune süße Sirup durch, der als Gewürz- oder Curry-Ketschupp bezeichnet wird. Ein glatter Euphemismus.

Der Rückweg zog sich öde hin und vor unserem inneren Auge schwebte ein riesiges Stück Kuchen mit vielen Tassen Kaffee. In Domburg herrschte der klassische Sonntags-am-Meer-Bär. Beim Bäcker gab es für jeden eine „Flappe“ (Kersflap für uns und Appelflap für die Mutter). Nach dem Coffie Break daheim waren wir endgültig groggy bzw. von der Rolle. Erst gegen 18.30 brachen wir schonungslos auf nach Zoutelande auf halbem Weg von Westkapelle Richtung Vlissingen. Von Zoutelande hatten wir uns einiges versprochen, aber es ließ in der Realität doch zu wünschen übrig – was natürlich auch am ungüstigen Moment liegen mochte – müde, durchgefroren, steifer Wind, Temperaturen weit unter 10°, Sonntag-Abend-Feeling. Immerhin waren jetzt etliche Restaurants besetzt, mehr als in Westkapelle, die einen einigermaßen einladenden Eindruck machten. Wir begnügten uns jedoch mit einem bescheidenen Salat plus Käsebrot zuhause.

Montag, 24. März

Gedenken: Heute vor 41 Jahren war die legendäre Meremusic-Bandprobe draußen in Garten von Ferdi Heggemanns Elternhaus in Elsen. Legendär deshalb, weil jahrzehntelang Draußen-Proben nicht vor Mitte Mai für möglich gehalten wurden.

Weil das Wetter heute noch Außen-Aktivitäten ratsam sein ließ, entschieden wir uns für eine Radtour nach Oostkapelle. Bei „heerlijke Weer“ – also strahlendem Sonnenschein kamen wir zunächst durch einen verzauberten Osterglockenwald mit zur Jugendherberge umfunktionierten Wasserschloss. Der Osterglockenwald war vermutlich ein verwildeter Park, in dem sich am Boden die Narzissen wegen optimaler Wachstumsbedingungen ausgebreitet hatten. Kurz vor Oostkapelle machten wir einen Abstecher durch die Dünen zum Strand und konnten dort das mit Abstand beste Strandfoto der letzten 5 Jahre schießen. Das hob die Stimmung. Oostkapelle war schnell erreicht. Da wir von Magdalene Ulker wussten, dass sie demnächst einen Kurzurlaub in O. plant, achteten wir verstärkt auf die Hotels am Wegesrand, um schon mal zu einer eigenen Einschätzung zu kommen. Der Turm von Oostkapelle ist ähnlich gewaltig und im Verhältnis zum Kirchlein dahinter völlig überdimensioniert, als Landmarke aber unübertroffen. Bei „Vader“ kauften wir ein herzhaftes Croissant, welches dann auf der schnell beschlossenen Tour-Erweitung kurze Zeit später an einem Rastplatz mitten auf einem Acker verzehrt wurde. Ein wenig anstrengend war es schon, durch relativ öde Landschaften zu radeln: Weite Felder ohne Bäume, schnurgerade Radwege an schnurgeraden Straßen. Unser Ziel war Veere, von dessen pittoreskem Ortsbild und der maritimer Lage an einem stillgelegten Schelde-Arm wir uns einiges versprochen hatten. Der Ort war schnell erkundet. Eine riesige Kirche, die aber schon um 1800 umgenutzt worden war und ein prächtiges Renaissance-Rathaus, mit hohem Belfried, welches hinter einem Baugerüst verschwand. Dazu eine Hafenmeile im Tiefschatten, und eine Kneipenmeile mit Restaurants, auf deren Werbetafeln uns Preise wie „Mittags-Lunch 90,00 €“ auffielen. Ein Wolkenband streifte den Ort just, als wir da waren und ließ uns auskühlen und schnell zur Heimfahrt aufbrechen. Seroosekerk und nochmals Oostkapelle waren die Zwischenstationen. Die 36 Km insgesamt fanden wir auf diesen geliehenen kleinen Hollandrädern doch recht anstrengend. Abends lag nur ein kleiner Gang zum Strand ohne Einkehr drin.

Dienstag, 25. März 2014

Noch immer hielt sich das Wetter, das wir deshalb ausnutzen mussten. Zunächst ein gemütliches ausgiebiges Frühstück mit getoastetem Wattebrot und viel Kaffee. Am späten Vormittag brachen wir ohne Angst vor Überlastung zur ultimativen Radtour auf nach Vlissingen. Wir hatten Vlissingen in mittelmäßiger Erinnerung von einem ein-nächtigen Aufenthalt in dem zweifelhaften Hotel Piccard Ende April oder Anfang Mai 2002. Damals wollten wir den Besuch der königlichen Gewächshäuser in Brüssel (Fuchsien, Fuchsien, Fuchsien) mit einem schönen Abschluss verbinden und wählten den Rückweg über Vlissingen, Domburg und Rotterdam. Das Hotel Piccard kostete 102,00 € was damals, 2002, für das runtergekommene Ambiente und das zweifelhafte Frühstück ein unverschämter Preis war, trotz des Umrechnungsfaktors zugunsten der teureren holländischen Lebensverhältnisse.

 

Der Abstand von 12 Jahren war nun groß genug geworden, um Vlissingen zum Mythos zu erklären, den es zerlegen galt. War es dort noch schrecklicher oder besser geworden ? Bereits 2007 und 2008 hatten wir in Breskens am anderen Ufer der Scheldemündung gestanden und wehmütig herübergeschaut, mit der Vorstellung „mal eben kurz“ mit der Fähre rüberzufahren und am Walcheren-Kanal mal ebenso kurz nach Middelburg zu radeln.

Die ersten 10 Kilometer erwiesen sich als ländlich-eintönig und öde. Das Wetter kühl und bedeckt, selbstverständlich Gegenwind aus allen Richtungen. Erst ab Erreichen des Dünengürtels am Südwestufer von Walcheren bei Knooppunt 44 wurde es netter. Wieder so ein Naturphänomen: Der Boden des noch blätterlosen Laubwaldes war hektarweise mit einem grünen Kraut bedeckt, welches an Möhrenlaub erinnerte. Wir zogen zur Überprüfung einen Strunk heraus und stellten fest: würzige Petersilienwurzel, nur vielleicht eine Spur wildgiftiger. Bei Dishoek kletterten wir auf ein Düne, von der es heißt, hier im Abschnitt wären Dünen bis zu 50 Metern hoch. Die Küstenatmosphäre jenseits der Düne war diesig und blendend hell. Fast schon erschöpft, kehrten wir am Ortsrand vor Vlissingen im erstbesten Strandrestaurant ein, wo es überwiegend Kleinigkeiten wie „Tosti“ gab – der niederländischen Entsprechung des Croque Monsieur. Größere Sachen wie Salat oder gar Fisch + Fleisch trauten wir ihnen nicht so recht zu. Als Getränk ein standesgemäßes eiskaltes „Cola-tje“ – so der Kerl beim Servieren. Beim Wechselgeld-Rauskriegen wurde uns ein nagelneues 2014er Ein-Euro-Stück ausgehändigt. Wir stellten fest, dass auch nach Jahrtausenden immer noch Münzen geprägt werden mit dem Bildnis des Königs. Nur, dass dieses Königs-Porträt nicht so recht gelungen war – er sieht im Profil eher aus wie der derzeitige amerikanische Außenminister John Kerry.

Die Strandpromenade mit Hochhauskulisse ist wohl als „Zeeuws Antwoord“ auf die Hochhaus-Küstenlinie Belgiens zu verstehen – „Wir können das auch!“ Hier ist der einzige niederländische Strand in Südlage zu finden, und das merkt man. Der Mutter gefiel Vlissingen leider nicht – wir dagegen fanden es großartig. Einer der stärksten Ort nördlich der Alpen. Hier kommen mehr Schiffe für Europa rein als in Hamburg – vergleichbar nur noch mit Hoek van Holland vor Rotterdam. Vlissingen hat deutlich mehr Atmosphäre als Hoek. Doch wir hielten uns nicht weiter auf, erkundeten auch nichts, sondern strebten die Heimfahrt an, denn es war schon 14.00 Uhr durch und der Abend drohte unvermutet hereinzubrechen. Zunächst am Walcheren-Kanal entlang bis kurz vor Middelburg. Auf dem weiteren Streckenverlauf drifteten wir leider zu sehr nordöstlich ab, sodass wir nicht über Aagtekerke, sondern über Oostkapelle hereinkamen. Die insgesamt 45 km fielen uns zum Schluss doch recht schwer, auch wenn wir ohne Murren noch den Schlenker durch den Osterglockenwald hinzufügten.

Zur Sonnenuntergangszeit fanden wir uns ein in der Oase, einer der Domburger Strandbuden, aber nicht in der arroganten. Die Mutter wählte einen unsachgemäß servierten Sundowner (Campari Orange) und wir wieder den bekannten Wasserkakao mit Plastiksahne. Später gab es ein Abendessen vom für uns neu entdeckten Wok: Zuckerschoten, Paprika, Sojasprossen, Reis.

Mittwoch, 26. März (Geburtstag des Messdieners O.)

Der Ausruh-Tag. Dazu passte das kühle, bedeckte Wetter. Erst am Abend brachen wir auf (Dies ist ein oft gelesener Satz in den Urlaubstagebüchern), also noch mal: Erst am Abend brachen wir auf (mit dem Auto), um uns noch mal gründlich Veere anzuschauen, die von spätmittelalterlicher Blüte geprägte pittoreske Stadt am Verse Meer, einem stillgelegten Seitenarm der Oosterschelde. Veere erwies sich erwartungsgemäß kalt, windig, menschenleer. In den noch geöffneten – obwohl es schon 18.30 Uhr war – Restaurants saß niemand. Ein Kerl war mit einem Van-Moof-Fahrrad unterwegs, aber zu schnell um sich fotografieren zu lassen. Wir schlichen steif um die ehemalige Abtei und hauten wieder ab. Auch ein Abstecher zum Strand von Breezand/Vrouwenpolder brachte an uns keine anderen Regungen als Frösteln hervor.

Donnerstag, 27. März

Heute sollte lt. wetteronline.de das Mega-Sonnenwetter überhaupt stattfinden – zeitgleich mit dem quirlig-lebhaften Wochenmarkt in Middelburg, warum in unserer Planung der Middelburg-Tag von langer Hand auf eben diesen Donnerstag gelegt wurde. Als wir ankamen, fing es pünktlich an zu regnen. Nicht weiter schlimm, aber mit Schirm, und Rucksack und ohne die robusten Holschen an den Füßen kamen wir uns nur sub-optimal ausgerüstet vor. Wir parkten im Parkhaus neben Albert Heijn am südlichen Ende des Innenstadt-Rings. Auf dem auf allen Fotos vor buntem Leben überbordende Markt- und Rathausplatz war ein durchschnittlicher Wochenmarkt vor der grau-trüben Kulisse des Renaissance-Rathauses im flamboyanten Stil aufgebaut. Die Straßencafés nicht besetzt. Kein Loempia-Stand, wie erhofft. Wir gerieten in etwas, das zunächst wie eine Tourist Info aussah, aber eigentlich eine Buchhandlung mit Schwerpunkt „Regionales“ war. Dazu Verkauf von „Kreativem“ und ein integriertes Leescafé. Die Kassenzone mit Monitor-Kranz war im Rondell in der Ladenmitte angelegt. Wir ließen uns von der Atmosphäre inspirieren und kauften ein Moleskin Notizbuch. Beim Weiterwandern erreichten wir den im absoluten Zentrum gelegenen Abdij-Komplex, der an eine Oxforder Universität erinnert. In der Nähe lag, zufällig gefunden, das seeländische Archiv mit einem Mittelgebäude für Lesesaal, Caféteria und Besucher-Empfang, das uns schon im Prospekt vorher aufgefallen war. Wir gingen rein und siehe da, der Douwe Egberts Coffie aus dem Automat war sogar gratis. Wir sammelten ein paar schön gestaltete Prospekte ein und hingen etwas ab. Bei der Vollendung der Rundtour schauten wir uns immer wieder näher die am Straßenrand parkenden oder in Schaufenster präsentierten traditionellen Holland-Fahrräder an (Oma-Fietsen) mit und ohne Voordrager. Die Kaufentscheidung wurde dadurch nicht erleichtert, und in Holland kaufen ging schon gar nicht wegen der andersartigen Elektrifizierung. In der westlichen und ruhigeren Hälfte der südlichen Innenstadt waren Antiquitäten-, Trödel- und Kunstgalerien konzentriert. Dazu nette Eetcafés und studentisches Volk. Bei „einem“ kauften wir 4 selbst-editierte Klappkarten mit Malerei-Motiven. Zum Schluss noch Albert Heijn – aber wozu eigentlich ? Außer Arrabiata Aufstrich fiel uns nicht viel ein.

Abends zelebrierten wir das in jedem Urlaub fällige Captain’s Dinner, und zwar wieder in der Oase auf dem Strand. Die Mutter Riesengarnelen auf Papardelle und wir Steak/Garnelen mit Pommes.

 Freitag, 28. März

Das Wetter wurde langsam wieder besser. Da wir glaubten, an unserem verregnet-/vergrauten Middelburg-Tag nur 10% der Spitze des Eisbergs gesehen zu haben, aber eigentlich Mddelburg-Experten werden wollten, mussten wir wieder hin. Wir parkten außerhalb der City am oude Veerseweg in einem Sanierungsgebiet, dafür umsonst. Der Weg in die City ergab sich sonnig und vielversprechend. Doch dann drehten wir Runde um Runde durch die immer gleiche Fußgängerzone, der Turm war nicht besteigbar, in den Läden nur Langeweile, und der Abstecher in das Gebiet jenseits des Bahnhofs (Vrijland) um dort einen ominösen Fiets-Händler mit der Marke Achielle zu finden, blieb zeitraubend ergebnislos. Ein Fietshändler war da, aber der falsche. Auf die Frage nach der belgischen Marke Achielle fragte er, warum es umbedingt ein belgisches Fahrrad sein müsste. Und er hatte recht. Wir gaben die Suche auf und drehten bis zur Erschöpfung weitere Runden durch die Altstadt – ohne Kaffee, ohne Gebak, ohne alles. Wir standen uns selbst im Weg und es kam schlechte Laune auf.

Da man so nicht den Urlaub beenden kann, fand abends noch eine einsame Radtour durch das Hinterland nach Westkapelle statt. Bemerkenswert war, dass in Westkapelle mehrere Menschen in Landestracht rumliefen – wahrscheinlich auf dem Weg zu einer Feier. Über die Düne ging es zurück nach Domburg.

 Samstag, 29. März

Nach dem Packen, Putzen, Verabschieden fuhren wir fast ohne Unterbrechung bis nach Duisburg, wo bei allerbestem Vorfrühlingswetter ein nachmittäglicher Besuch des Schickimicki-Hafens mit dem Museum Küppersmühle anstand. Dolles Museum mit großem Inspirationspotenzial. Höhepunkt: Einkehr und Abhängen in einem Hafenrestaurant mit mexikanischem Einschlag.