Kurzurlaub an der Trave mit 2 Übernachtungen

Durch Sach- und Terminzwänge blieb nur dieses Wochenende übrig: Sa. 18. bis Mo. 20. Februar. Die Hinfahrt war unspektakulär und ohne Störungen. Wir erreichten das Hotel ohne ein Navi zu bemühen, mit nur einmal verfahren, aber nach 500 Metern merkten wir es und kehrten um. Bei Ankunft um 13.00 Uhr wurden wir auf 15.00 Uhr vertröstet. Also gingen wir erst mal in den Ort. Dort rannten zwar viele nach Kurgast-Manier rum, aber es war erträglich. Travemünde erwies sich nicht als so furchtbar, wie befürchtet. Die Architektur war durchweg nicht so abstoßend, wie z.B. in Laboe, Kühlungsborn oder Boltenhagen. Läden und Kneipen, zumal wir sie nicht besuchen mussten, waren ok. In der Ortsmitte hatte man am Traveufer eine vorbildlich schöne lange Ein-Raum-Veranstaltungshalle gebaut, die an diesem Wochenende nicht in Betrieb war. Erst Monate später fanden wir nach ergebnisloser Recherche, rein zufällig heraus, dass die Halle als Kreuzfahrt-Terminal Travemünde dient. Das Ausflugsschiff Hanse fuhr gerade los, und wir überlegten „morgen“ bei der einstündigen Hafenrundfahrt mitzumachen. Die Überfahrt mit der Fähre nach Priwall kostet 1,20. Haben wir aber nicht gemacht.Wir merkten uns ein paar Restaurants für einen späteren Besuch. Zur fälligen Erst-Einkehr wählten wir „Peters“, eine Bäckerei mit Cafébetrieb, die in Travemünde 3 Filialen betrieben. Wir kamen mit dem Schwung, es war recht voll.  Schon der Rückweg zum Hotel stand unter dem Zeichen der erweiterten Ortserkundung, nämlich durch 1950er-Jahre-Siedlungen jenseits der Bahn. Die Bahn endet beim Strandbahnhof. Um 15.00 Uhr war das Zimmer bezugsfertig. Zwar sahen wir im „Strandschlösschen“ niemand, der Besitzer/Eigentümer/Betreiber hätte sein können, aber das Haus gehörte wohl zweifellos zur Gattung „Familiengeführt“,

Das Hotel Strandschlösschen

Die weiße Villa von 1904 gefiel uns schon bei der ersten Entdeckung im Internet. Unser Zimmer war im (stark erhöhten) Erdgeschoss, das haben wir nicht so gerne. Dann war es aufgeteilt in einen hinteren Schlafbereich und einen etwas hilflos möblierten Wohnbereich, in dem auch die Außenfenster lagen – hinten also etwas dunkel. Der fällige Abendspaziergang mit Schnupper-Shopping mündete direkt in die Suche nach einer Essgelegenheit. Von den vorgemerkten Lokalitäten fielen eine nach der anderen aus. Schließlich fanden wir etwas im uns so vorkommenden „Kurbezirk“ – ein Hotelrestaurant, wo wir in einer langen Reihe eingequetscht zwischen Affen saßen und das meiste zu teuer war. In solchen Fällen nehmen wir immer das Zweit-Billigste. Schwer zu sagen, was es war. Beindruckend erwies sich das Maritim-Hochhaus nachts im Nebel.

Tag 2 – Sonntag

Vormittags war die Wanderung über das Brodtener Steilufer (höher als in der Erinnerung) fällig. Erst nieselte es, dann regnete es sich ein, und die Strecke zog sich hin. Wir durchquerten Niendorf mit Fischereihafen, verzichteten schmachtend auf Fischbrötchen, gerieten fast in eine Seebestattung und erreichten irgendwann Timmendorfer Strand, für unserer Begriffe das Sylt der Ostküste Schleswig-Holsteins. Timmendorfer Strand hebt sich mit seinen Flair deutlich ab von der trostlosen Ärmlichkeit all der Badeorte weiter nördlich, deren halbherzige und kümmerliche Bemühungen, den öden Mief der 1970er/80er/90er Jahre zu überwinden, längst nicht ausreichen. Wir kehrten ein in einem großen Frühstücks- und Brunchcafé (nix Dolles, zu eng, zu laut, zu dunkel) underholten uns von der Strapaze. Zurück nach Travemünde ging es überraschenderweise mit dem Bus. Zweiter Teil des Tages: Auf nach Lübeck, durch den neuen mautpflichtigen Travetunnel. Früher führte die B75 über eine Brücke. Wir parkten nördlich der Innenstadt am Traveufer in der Nähe von Café Barcelona (keine Einkehr). Lübeck war trostlos, dunkel, nass und leer. Schnell waren wir wieder weg mit dem Gefühl, den Nachmittag total vergeigt zu haben. Abends machten wir zu Fuß wieder die 2 km lange Strecke durch die „Vorderreihe“ bis zu einer bescheidenen Fischkneipe am Hafen.

Tag 3 – Montag

Beim Frühstück trafen wir den damaligen NRW-Bauminister Michael Groschek mit kleiner Entourage. Wir checkten aus uns fuhren noch mal nach Lübeck, um die Stadt bei Tageshelligkeit zu erleben. Positiv war ein Besuch in St. Marien, der größten Kirche im ganzen Ostseeraum. Dann die kleinen abseitigen Einkaufsstraßen Hüxstraße, Julius-Leber-Straße und Glockengießerstraße mit Geschäften jenseits des deutschen Fußgägerzonen-Zuschnitts. Allerdings mal wieder ohne Einkehr. Am frühen Nachmittag brachen wir auf nach Hause.