Brief an Georg

By 29. Juli 2021disabled

Lieber Georg,

in den vergangenen Tagen ist mir dein Brief an die Mutter zu Ohren gekommen – er wurde mir, aus der Ferne zwar, aber mit warmherziger und doch besonnener Stimme vorgelesen. Du hast die Niederlande bereist, und aus großer persönlicher Betroffenheit geben mir deine Reiseerlebnisse und Eindrücke den Impuls und das Bedürfnis, mein eigenes Verhältnis zu den Niederlanden darzulegen, auf die Gefahr hin, mich mit den einen oder anderen Schilderungen zu wiederholen. Mit vollem Herzen verspürt man den eigenen Eifer nicht. Verzeih mir, wenn ich Dinge erwähne, die du nicht kennen kannst, lieber Georg. Soweit ich das vorausschauen kann, habe ich solcherlei in kursiv geschrieben. Ich will dich gar nicht belehren, und aus dem Zusammenhang wirst du schon verstehen, was es mit den Errungenschaften der Epochen nach deiner aktiven Schaffenszeit auf sich hat – wenn etwa Phänomene erwähnt werden, die da „Autobahn, Internet, Telefon, Fernsehen, etc.“ heißen. Grob gesagt, handelt es sich um allerhand technischen Schnickschnack, der kommt und wieder vorbeigeht, wie beispielsweise Schulterpolster, auftoupierte Haare oder Schlaghosen, welche die Gamaschen verdecken sollten. Sogar die Breeches-Hose wird schon lange nicht mehr getragen. Im Westen Deutschlands geriet sie 1945 aus der Mode, im Osten gehörte sie dagegen noch bis zum Zusammenbruch des Staates 1990 zur Armee-Uniform – lieber Georg, ich schweife ab und möchte dich doch nicht langweilen.

Kommen wir lieber zum Thema Niederlande zurück. Im Jahre 1965 – ich war 12 – mussten wir uns von den Strapazen der schrecklichen Heinrichsflut, welche das Paderborner Land heimgesucht hatte, erholen. Mit meiner Mutter fuhr ich für ein paar Tage zu Onkel und Tante, die mit ihren beiden Töchtern, also meinen Kusinen, in der alten preussischen Festungsstadt Wesel am Rhein lebten, weil Onkel dort seinen Dienst als Offizier bei der sogenannten Bundeswehr verrichtete, der Armee Westdeutschlands. Vielleicht etwas kompliziert für dich. Höhepunkt des Wesel-Aufenthaltes, zugleich meine allererste Reise nach dem Ausland war ein Ausflug nach Arnheim, wie man damals sagte (die Holländer sagen Arnhem). Mir gefiel es dort auf Anhieb sehr gut, und die Erwachsenen deckten sich ein mit preisgünstigen Waren wie Käse, Butter und Kaffee. Ich wusste nichts von den schrecklichen Kämpfen in den letzten Kriegstagen 1945 um die Brücke von Arnheim. Das Thema ist sogar für das Publikum verfilmt worden. Film – das kennst du doch bereits ?

Abschnitt 1 – die Rotterdam-Jahre

1971, sechs Jahre später, sah ich die Niederlande nicht mehr mit den Augen eines kindlichen Ausflugs-Beglückten, dem ein mittelmäßiges Speiseeis in fremder Umgebung spendiert wird, sondern als glänzende Alternative zum rückständig und langweilig empfundenen Leben in Neuhaus bei Paderborn. So ein Übermaß an kompromissloser Modernität, sobald man die Grenze mit ihren damals noch regelmäßigen Kontrollen überschritten hatte. Den Ausweis musste man vorzeigen und Fragen beantworten. Hochhäuser, Kanäle, Autobahnkreuze, alles üppig beleuchtet. 6-stöckige Blocks auch auf dem Lande, und wir bemerkten nicht nur die vielen Lichter in den Wohnungen, sondern auch netzartig positionierte Leuchten an den Außenfassaden, die die ganze Nacht funkelten wie der Sternenhimmel. Unser Ziel war stets Rotterdam, das du ja kennst, lieber Georg.

Ich hatte damals in Paderborn einen Schulkameraden, der heute in der Schweiz lebt. Um seine private Sphäre zu respektieren, nennen wir  ihn einfach Jasper. Jaspers Eltern hatten sich getrennt und seine Mutter war von Borchen (bei Paderborn) nach Rotterdam zurückgezogen. Sie war eine weltoffene, interessierte, gebildte, kultivierte und herzensgute Person. Alle 4 Wochen besuchte Jasper sie, und um die Fahrten nach Rotterdam zu finanzieren, war er auf das Geschäftsmodell gekommen, zahlende Freunde mitzunehmen, die sich an den Reisekosten beteiligten und einen Obolus an die gastgebende Mutter – sie hieß Anne – zu entrichten. Niemand durfte so oft mit nach der größten, wenngleich auch nicht der Hauptstadt der Provinz Süd-Holland wie ich, allenfalls mein Freund Ralf. Selten im Sommer, überwiegend im Frühjahr und im Herbst. Freitags nachmittags ging es los, und bis zum Sonntagabend waren Paderborn, die Eltern und die Arbeit keinen Gedanken wert. In Hünxe an der Raststätte tranken wir einen Kaffee, um die Vorfreude noch etwas hinauzuzögern. Von kühler Jazz-Musik aus Cassetten eingestimmt, ging es über die Allee-artig ausgebaute Autobahn durch die sturmtiefe Landschaft, welche aber die Errungenschaften der Zivilisation in dem dicht besiedelten Gebiet nie ganz zurücktreten ließ, und einen Vorgeschmack auf die Metropolen der Welt-zugewandten Niederlande bereitete. Von Arnheim bis Utrecht nahm ich nochmal einen landschaftlich bedingten Dämpfer auf die Hochstimmung hin: Man musste stets das Gebiet der „Hooge Veluwe“ durchqueren, eine der europäischen Sand- und Dünenlandschaften mit Hügeln, Heide und Kiefernwäldern, ähnlich der Senne südlich von Detmold oder der ausgedehnten Heide zwischen Celle und Lüneburg, die du sicher kennst. Mir bereiten solche einsam-trockenen Landschaften starkes Unbehagen, schnell möchte ich sie hinter mir wissen! Ab Utrecht wird es endlich so flach, wie man es in deutschen Landen nur spärlich, vielleicht westlich von Leer, wo ich just diese Zeilen verfasse, und rund um Emden kennt. Und dieser Wasserreichtum ! Kanäle, Schleusen, Brücken, Technik, wohin man blickt.

30 Reisen

Aus heutiger Sicht waren meine Rotterdam-Erfahrungen trotz allem Neuen leider einseitig geblieben. Land, Leuten, Sprache und Kultur näherten wir uns nicht systematisch, sondern beiläufig. Das Wochenende verlief nach einem strengen Ritual:

Freitag

  • Ankommen um 9 Uhr des abends
  • Essen und Trinken im Familienkreis, dabei wurde Jazzmusik gehört, bis man so gegen 2 bis 3 Uhr in der Nacht vor Müdigkeit nicht mehr konnte.

Samstag

  • Aufwachen mit am Schlaflager servierten Beschuitjes (Bisquit, zu deutsch Zwieback, französisch Biscotte) mit Hageltjes (Schokoladen-Streusel) und Tee
  • Frühstück mit holländischen Spezialitäten: Alter oder sehr alter Gouda Käse, Erdnussbutter, Sesam-Paste.
  • Gang in die Stadt, welche 1971 noch große, freigeräumte Flächen der Bombardements aus dem zweiten Weltkrieg zeigte. Erschüttend und beschämend für uns deutsche Besucher, denen die moralische Überlegenheit unserer Gastgeber nie zu spüren gegeben wurde. Wir lernten die erste modern gebaute Fußgängerzone in Europa kennen, die Lijnbaan und konzentrierten uns auf den Kauf von Schuhen und Schallplatten. Es gab den Wochenmarkt, es gab den Flohmarkt unter der Hochbahn, die heute unter der Erde verläuft. Zu der Zeit wurde eine neue Brücke über die Insel (Noordereiland) in der Maas gebaut, und, auch das ist schon wieder lange her, es wurde nämlich eine weitere Brücke über die Maas mit dem schönen Namen Erasmus-Brug errichtet. Überhaupt ist Rotterdam, wie die ganzen Niederlande, ein großes Experimentierfeld zukunftsfreudiger und wagemutiger Architekten, und die Stadt ist in ständigem Wandel. Du erkennst nach 50 Jahren kaum etwas wieder.
  • Der Nachmittag brachte eine kurze Verschnaufpause von den Eindrücken. Schuhe wurden angezogen, Schallplatten gehört.
  • Abends gab es, falls nicht das große Abendessen mit für uns aufregenden Zutaten wie Harissa oder Sojabohnensprossen zum Huhn (Kip) angesagt war, einen Abstecher in die Kultur, bevorzugt Jazzkonzerte. An eines erinnere ich mich genau: Free Jazz stand auf dem Programm. Selbst du, lieber Georg, hättest spontan den Ort verlassen. Der Schlagwerker Han Bennink zetrümmerte sein Instrument, nicht vor Wut, sondern weil es das musikalische Konzept erforderte. Der Saxophon-Spieler (kennst du das Saxophon ?) Peter Brötzmann blies so energisch, verbissen und ohen jede Harmonie hinein, dass sein hochroter Kopf es nahelegte, nach dem Arzt zu rufen. Das Publikum dagegen lag auf weichen dicken Teppichen, blieb ganz ruhig, nahezu gelangweilt von dem Treiben und wartete auf die Konzertteile 2 und 3: die Lesung von Dichtung – möglicherweise waren deine Werke darunter – und auf ein Ensemble, welches mittelalterliche Musik mit Flöten, Lauten und Gamben aufzuführen vermochte. Dabei ging der Joint herum, viele unter den Zuhörern, auch Frauen, rauchten die selbstgedrehte Haschischzigarre. Das war nicht explizit erlaubt, aber üblich und geduldet und gehörte zur niederländischen Mentalität. Heute mehr denn je.

Sonntag

Wir zögerten die Heimreise soweit wie möglich hinaus. Von Jazz abgesehen, spielten bei diesen Rotterdam-Reisen Kultur und Kirche keine Rolle. Nie betraten wir ein Museum – nicht das Boijmans van Beuningen, nicht das Mauritshuis und nicht das Rijksmuseum. Niederländische Kirchen betrachteten wir als randständige Gebäude mit den immer gleichen Namen Grote Kerk, Nieuwe Kerk und Oude Kerk. Kehrseite der Liberalität – eine weitgehend profane und gottlose Gesellschaft, so sehr dir das auch als erstrebenswert scheinen möge, lieber Georg. Heute weiß ich, es ist nicht gut für die Menschen. Manchmal fuhren wir sonntags mit dem Auto herum – in den weitläufigen Hafengebieten, über Maasdeiche, nach Dordrecht oder Delft. 1973 erlebten wir in Rotterdam die Ölkrise hautnah, in der heftigsten Erscheinungsform. Was das war, willst du gar nicht wissen. Egal.

Unser allererster Besuch überhaupt war ein in jeder Hinsicht besonderer Höhepunkt: Während andere Schüler für die mündliche Abschlussprüfung lernten, stand ich in allen Fächern in glatter Note (meist vier) und war für die mündliche Prüfung nicht vorgesehen. Statt dessen lockte erste Rotterdam-Reise gleich mit einem Auftritt der Band, in der ich die Bassgitarre spielte, kurz „Bass“ genannt. Ralf Gitarre, Jasper Schlagzeug. Wir hatten die komplette Bühnen-Ausrüstung in einem Ford 17M Kombi verstaut – bitte verzeih mir, dass ich dir dieses Wortungetüm jetzt nicht erklären kann – und durften im Keller einer Schule in Schiedam, einem westlichen Stadtteil von Rotterdam spielen. Den Blues. Unser großes Vorbild, der Urvater des britschen Blues, Gitarrist John Mayall, hatte 4 Jahre zuvor in eben diesem Schiedam einen Auftritt mit Songs seiner LP „Blues from Laurel Canyon“ gehabt, und schon wandelten wir mit Herzklopfen in seinen Spuren. Das war der helle Wahnsinn. Er war für uns die zentrale Lichtgestalt der Musikwelt, mit einer selbstgebauten Gitarre, die ich wieder und wieder nachzeichnen musste. Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven hielten wir für alte, verkalkte und bedeutungslose Knacker, stell dir mal vor.

Dieser erste Abschnitt meiner „Holland“-Erfahrung dauerte rund 6 Jahre. Nach ca. 30 Reisen gab Jasper um 1977 seinen Wohnsitz in Paderborn auf, heiratete Lydia, bekam 3 Kinder und wohnte an wechselnden Orten in Rotterdam, Raamsdonksveer und Vaals bei Aachen.

Abschnitt 2 – Reisen in die Niederlande ab 1980

Ab 1980 bereisten wir auch andere Orte als Rotterdam, kaum noch den alten Schulfreund. Wobei uns die Gegenden in Brabant, genau wir dir, Georg, fremd blieben. Nichts als Kartoffeläcker und Behausungen von Tagelöhnern sahen wir unterwegs. So richtig wohl fühlten wir uns hauptsächlich in dem Gebiet, das man später Randstad nannte : das Dreieck zwischen Rotterdam, Amsterdam und Utrecht. Reisen zu Orten in den Provinzen Groningen, Friesland, Drenthe, Gelderland, Overijssel blieben sehr vereinzelt. Eher schon Noord Holland, Zuid Holland, Utrecht und Zeeland. Später ging es oft um Kunst und nicht mehr um Jazz. Die Faszination für die Landschaft, die Städte, das Wasser, die Modernität sind geblieben. Als Weiteres noch ein paar Einzel-Erinnungen:

Groningen. Zwei sehr kurze Tagesreisen ohne vertiefende Eindrücke. Schöne Stadt mit einem Museum in experimenteller Architektur.

Maastricht hat europäisches Flair, finden wir. Die Nähe zu Aachen und Lüttich, die Vergangenheit bis in römische Zeiten, der in Resten erhalten gebliebene katholische Einschlag, die hügelige Landschaft, die Anziehungskraft seiner Speisegaststätten für die permanent hungrigen Belgier machen die Stadt zu etwas Besonderem. Tiefer, tiefer Süden.

Utrecht scheint mir die niederländischste, die typischste Stadt der Niederlande. Nicht monströs groß, sehr zentral gelegen, vom „oude Rijn“, einem kanalisisierten Rinnsal in der Innenstadt malerisch durchflossen, mit dem Torso eines gotischen Glockenturms und einem abgetrennten Kathedralchorraum gesegnet, dicht beim Catherijne Convent, so einer Art Diözesanmuseum der Niederlande. Wir waren mal bei einem Treffen kirchlicher Museumsleiter (ja, auch so etwas gibt es !) in Utrecht zugegen, und wer kam zu Besuch, mit dem Fahrrad, stieg ab und lehnte es an die Hecke ? Richtig, der Erzbischof. Jener Erzbischof, den wir schon mal in Paderborn getroffen hatten. Dort allerdings unerkannt zivil mit Anzug und Kravatte. Die Stadt verändert sich rasant. Bauprojekte, die man bei uns von vornherein bekämpft und blockiert hätte, werden in Utrecht realisiert. Südlich von Utrecht liegt ein Geflecht von gigantischen Autobahnkreuzen beieinander. Hier kreuzen sich die landesweiten schnellen Verbindungen von Nord nach Süd mit denen von Ost nach West. Georg, ich sage dir, du kämst aus dem Staunen nicht mehr raus.

Haarlem und Alkmaar. Die mittelgroßen, küstennahen Städte in Noord Holland haben beide ihren eigenen Reiz. Mir persönlich gefällt Haarlem besser, es hat mehr Flair, ist größer und wirkt südlicher, heiterer und abgeklärter. Die profanisierte große Sint-Bavo-Kerk hat sogar noch eine kleine Kapelle, die für das Gebet bestimmt ist. Alkmaar scheint mir etwas nüchterner und protestantischer – soweit man sowas noch spüren kann.

Den Haag. Vor einigen Jahren lebten wir eine Zeit lang – nun ja, es waren nur 10 Tage, immerhin – in einem Vorort von Leiden. Leiden hat sich seit deinen Tagen durchaus gemacht, es ist gastfreundlich geworden, hat eine renommierte Universität, und einer der drei größten Maler aller Zeiten stammt von dort. Nur sein Geburtshaus, das hatte man abgerissen und an dessen Stelle etwas arg Hässliches gebaut. Von Leiden aus erreichten wir mit dem Fahrrad (eine Erfindung, die dir das Leben erleichtert hätte) in einer guten Stunde Weges den Haag. Wer nicht weiß, dass der Haag das niederländische Parlament beherbergt und den Regierungssitz, merkt gar nichts davon und ist schnell hindurch. Nur die Vielzahl der Polizeiwachleute deutet besondere Umstände an. Nahe dabei findest du das Mauritshuis mit einer Sammlung Gemälde der berühmtesten holländischen Meister des goldenen Zeitalters – Rembrandt Harmensz. van Rijn, Frans Hals, Johannes Vermeer. Nur das Rijksmuseum zu Amsterdam besitzt noch mehr davon. Generell ist Den Haag riesig und doch etwas langweilig. Den Vor- und Badeort an der Küste, mit dem deutschsprachig bezeichneten „Kurhaus“ in der Mitte finde ich erst recht abschreckend. Hier wird den Menschen mit zweifelhaften Vergnügungen viel Geld aus der Tasche gezogen, man sollte sich wirklich hüten, und Scheveningen strikt meiden.

Amsterdam. Was du gegen Amsterdam vorzubringen hast, kann ich nicht recht nachvollziehen. Das schon erwähnte Rijksmuseum von Weltrang, die drei Grachtenringe um die Innenstadt, der große Bahnhof im gleichen Baustil direkt an dem breiten Gewässer „het Ij“ stellen große Faszinosien dar. Die Schattenseiten sollte man freilich auch bedenken: Verbrecher aus aller Welt, elende Drogensüchtige und Besucher aus dem Ausland, die wegen der leicht zu habenden Unzucht kommen.

Nijmegen. Die älteste Stadt der Niederlande geht auf die Römerzeit zurück und liegt am Rhein, der dort freilich bereits in „Waal“ umgetauft ist, warum auch immer. Am Ufer liegen ein paar Gasthäuser beisammen, in der Oberstadt sind die Händler angesiedelt. In einem Tag hat man alles gesehen und kann weiterreisen.

Venlo liegt direkt an der Grenze zu Deutschland bzw. am Ufer der Maas. Mehr muss zu Venlo nicht gesagt werden, alles andere kannst du dir sicher denken. Enschede ist nicht viel anders.

Manches Jahr reisen wir für nur eine Übernachtung in den äußersten Südwesten der Niederlande, nach Cadzand in Zeuws Vlanderen. Wir treffen Freunde in der Sommerfrische und radeln am Kanal „Damse Vaart“ bis zur alten Hansestadt Brügge.

Wenn du freundliche oder vernichtende Worte von mir über Hengelo, Deventer, Zwolle, Breda, Einhoven, Amersfoort, Apeldoorn oder gar Lelystad hören möchtest, muss ich dich enttäuschen. Da war ich nicht gewesen und komme auch niemals hin.

Zum niederländischen Sprachraum gehört ja auch das nördliche Flandern mit den alten Städten Brügge, Gent und Antwerpen. Wir haben unsere Reisen auch in jene Gebiete ausgedehnt, aber was heißt Sprachraum ? Ich verstehe diese Menschen nicht. Ihr Niederländisch klingt doch recht fremd.

So, nun muss ich diesen Brief beenden, lieber Georg. Sicher fällt mir der eine oder andere Gedanke, der zum Thema Niederlande wichtig und erhellend wäre, erst später ein. Dann schreibe ich dir erneut, versprochen.